Das um die Jahrhundertwende errichtete eklektische Gebäude ist zu einem Wahrzeichen von Budapest und einem bestimmenden Element des Donaupanoramas geworden. Die vielen Türmchen und die Steinspitzen gestalten es zu einem Prachtbau der Stadt. Es ist eines der größten, als Parlament funktionierende Gebäude der Welt.
Die hochrangigen Gäste können das Haus zwischen Ehrfurcht gebietenden Löwen betreten und gelangen dann durch ein prunkvolles Treppenhaus in den Kuppelsaal, den Veranstaltungsort der elegantesten Staatsempfänge.Von hier gehen zwei symmetrische Flügel aus, welche das Ober- bzw. Unterhaus beherbergen. Die Innenräume und Verzierungen des Parlaments sind einen Besuch wert.
Die Krone wird als Heilige bezeichnet. Man hält sie für ein Attribut der Staatlichkeit. Wissenschaftler schätzen, dass die Heilige Krone etwa 850 Jahre alt sein kann, einige Teile davon jedoch stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die Geschichte der Krone ist unvorstellbar stürmisch: Um ihren Besitz tobten Thronzwistigkeiten, Machtkämpfe und Kriege; sie wurde geraubt, vergraben, ins Ausland verschleppt und sogar verpfändet. Als sie zum Vorschein kam, oder nach Ungarn zurückgebracht wurde, wurden ihr zu Ehren immer großangelegte, landesweite Feierlichkeiten veranstaltet. Seit 01. Januar 2000 ist im Parlament zu besichtigen.
Die erste ständige Donaubrücke wurde auf Anregung des Grafen István Széchenyi erbaut, der eine Woche warten musste, um ans andere Ufer, zum Begräbnis seines Vaters kommen zu können. Mit dem Entwurf hatte man den englischen Ingenieur William Tierney Clark betraut, und die Bauleitung war seinem Namensvetter Adam Clark übertragen worden. Die Brücke wurde 1849 fertig. Seitdem ist sie verdientermaßen ein Wahrzeichen der Stadt. 1999 feierte sie im Rahmen von großangelegten Feierlichkeiten ihren 150. Geburtstag und bekam eine neue Festbeleuchtung.
Mit ihren 3000 Plätzen ist sie in Europa die größte, in der Welt die zweitgrößte Synagoge. Sie wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts in romantischem Stil für die damals aus 30.000 Personen bestehende jüdische Gemeinde erbaut, die zum größten Teil auf diesem Gebiet lebte. Die riesige Halle - die zur Zeit des Baus als besondere Neuheit galt - wird von schmiedeeisernen Pfeilern und Bögen getragen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Jüdische Museum. Neben dem Hauptgebäude ist das mit Arkaden umgebene Mausoleum und die Kirche der Tausenden von jüdischen Opfern zu sehen, die während des 2. Weltkrieges und im Ghetto während der deutschen Belagerung starben.
Budapests romantischster Spazierort. Eine mittelalterliche Kleinstadt mit stimmungsvollen Gassen, alten Häusern, Gaslampen und wunderschönen Denkmälern. Die winkeligen Gäßchen und schmalen Häuser sind aus dem Mittelalter erhalten geblieben, mancherorts schmücken sie wertvolle gotische Fenster und Türrahmen. Die eleganten Palais im Barock- und Zopfstil stammen aus der Zeit des Wiederaufbaus nach der türkischen Belagerung. Eine Besonderheit der Häuser im Burgviertel sind die mittelalterlichen Sitznischen in den Toreinfahrten.
Die Burg
Auf dem südlichen Teil des Burgberges erhebt sich die ehemalige königliche Burg. Der berühmte mittelalterliche Palast wurde während den Kämpfen gegen die Türken vernichtet, als Memento hinterließen sie nur die Festungsmauern. Das Gebiet wurde bis zur neuen Ebene aufgefüllt und darauf entstand der auch heute sichtbare imposante Barockpalast, dessen Bau Maria Theresia veranlasste. Später wurde er auf Initiative der Ungarn im 19. Jahrhundert erweitert. Der Palast brannte im zweiten Weltkrieg vollkommen aus. Im Palast gibt es keinen einzigen Teil, wo wir die eleganten Appartements von einstigen Königen bewundern könnten. Statt dessen beherbergt der Palast wichtige kulturelle Veranstaltungen und Museen.
Matthiaskirche
Sie erhielt ihren Namen nach ihrem bedeutendsten Mäzen, König Matthias, der hier sogar zweimal getraut wurde. Die Kirche, die zu den Wahrzeichen des heutigen Budapest gehört, wurde zur Zeit des Baus des Königspalastes errichtet und war Ort mehrerer Krönungen. Jeder König und jede Periode ließ sie ändern und verschönern. Als die Türken 1541 Buda eroberten, verwandelten sie die Kirche in eine Moschee und ließen die Fresken unter einer Kalkschicht verschwinden. Die endgültige Form erhielt die Kirche um die Jahrhundertwende, als man die zugefügten Teile abriß und sie in neogotischem Stil umbaute. Auf den Wandgemälden sind nicht nur die biblischen Szenen zu sehen, sondern auch die wichtigsten Ereignisse der ungarischen Geschichte sind hier verewigt. Wegen der ausgezeichneten Akustik finden hier oft hervorragende Konzerte statt.
Fischerbastei
Sie wurde 1905 in der Nähe des mittelalterlichen Fischmarktes fertiggestellt, daher bekam sie ihren Namen. Sie hat nie zum Schutz der Burg gedient, als Aussichtsterrasse eignet sie sich jedoch hervorragend. Die abends schön beleuchtete Bastei bietet vom gegenüberliegenden Donauufer einen malerischen Anblick. Diese Stadtansicht hat die UNESCO im Jahre 1988 zum Teil des Welterbes erklärt. Unter der Fischerbastei befindet sich die St.-Michael-Friedhofskapelle.
Standseilbahn
Die 1870 eröffnete Bahn fährt mit zeitgetreuen Wagen zwischen den zeitgetreuen Stationen. Die Fahrt dauert bloß ein paar Minuten. An der unteren Station, am Kopfe der Kettenbrücke, befindet sich der 0-Kilometerstein, von dem die in Ungarn angegebenen Entfernungen gemessen werden.
Gellert Heil- und Schwimmbad
Im Jahre 1918 wurde das Szent Gellért Heilbad und Hotelgebäude erbaut und am 26. September übergeben. 1927 wurde das Wellenbad und 1934 das Sprudelbad errichtet. Das Bad ist weltweit bekannt und ist der meistbesuchte Badeort Ungarns. Im Heilbad können viele Heildienstleistungen in Anspruch genommen werden. Es sind eine komplette Physioherapieabteilung (Tagesklinik), eine Physikotherapieabteilung sowie ein Inhalatorium vorhanden. Neben dem Sprudel- und Wellenbad befindet sich eine Damen- und FKK- Sonnenterrasse, die von April bis September geöffnet ist. Die Gäste des Gellért Hotels nehmen die Dienstleistungen regelmäßig in Anspruch.
Széchenyi Heil- und Schwimmbad
Einer der größten Badekomplexe Europas. Weite und helle Becken, spürbarer römischer Badekultureinfluß, das Wannenbad zeugt von der griechischen Badekultur, doch auch die nordische Badekultur ist mit Tauchbädern und Saunen vertreten. Pest hat sein erstes Heilbad Zsigmondy Vilmos zu verdanken, der 1879 die Brunnen bohrte. Das heutige Badgebäude wurde 1913 erbaut und 1927 enstand das Schwimmbad, das in den sechziger Jahren nur von Mai-September geöffnet war. Durch den Umbau 1963 steht es den Gästen auch im Winter zur Verfügung. Ebenfalls 1927 enstanden die 2 "Volksbäder" auf deren Platz sich heute die Gemeinschaftsbadeabteilung sowie der physiotherapeutische Komplex (Tagesklinik) befinden.
Der vielleicht interessanteste Gebäudekomplex im Stadtwäldchen. Ursprünglich entstand sie anlässlich der Ausstellung zur Tausendjahrfeier der Staatsgründung aus Holz und Karton, zur Veranschaulichung der ungarischen Architektur. Die Elemente sind die verkleinerten Reproduktionen der in Ungarn befindlichen, die verschiedenen geschichtlichen Stile kennzeichnenden Gebäudeteile. Der Komplex präsentiert 1000 Jahre der ungarischen Baukunst - er erntete solch großen Erfolg, daß er später auch aus Stein errichtet werden musste. Der Gebäudekomplex beherbergt das Ungarrische Landwirtschaftmuseum.
Der Heldenplatz schließt die Andrássy út direkt am Eingang des Stadtwäldchens ab. Die monumentale Form ist eine würdige Mündung der eleganten Andrássy út und ein erhabenes Denkmal der tausendjährigen Geschichte der Ungarn. Die Details des Denkmals erinnern an die wichtigen Momente der ungarischen Geschichte. Inmitten des Platzes erhebt sich auf einer 36 m hohen Steinsäule die Statue des Erzengels Gabriel (welche an der Pariser Weltausstellung 1900 den Großpreis gewann). Der Legende nach soll der Engel dem König St. Stephan im Schlaf erschienen sein und ihm die Krone gebracht haben. Auf dem Podest stehen die Statuen der legendären 7 Führer der Staatsgründung. Die Figuren zwischen den Säulen der beiden Halbkreise verewigen die Könige, Herrscher und Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte. Die Eleganz der Statuengruppe und die Feierlichkeit des Platzes krönen die Museumsgebäude antiker Form auf beiden Seiten: das Museum für Bildende Künste und die Kunsthalle.
Budapest kann sich der schönsten Oper der Welt rühmen. Diese besondere Leistung der Architekten jener Zeit wurde nach neunjährigem Bau 1884 eröffnet. Der Palast im Stil der Neorenaissance wurde von einem der hervorragendsten Architekten seiner Zeit, von Miklós Ybl erbaut und große ungarische Meister der Epoche -Bertalan Székely, Mór Than, Károly Lotz - haben die Wandgemälde in der Treppenhalle und Zuschauerraum gemalt. Der erste Direktor war Ferenc Erkel, aber auch Gustav Mahler wirkte hier als Intendant, und Puccini hat sogar zweimal die Premiere seiner Opern hier inszeniert. Unter den bedeutenden Dirigenten der Staatsoper finden wir Otto Klemperer, Sergio Failoni und Lamberto Gardelli. Die Ungarische Staatsoper nimmt unter den europäischen Opernhäusern eine führende Rolle ein. Das Gebäude selbst zu besichtigen ist auch dann ein Erlebnis, wenn man kein Opernfan ist.
Die heute offiziell Liszt-Ferenc- Hochschule für Musikkunst genannte Akademie wurde 1875 gegründet. Ihr erster Präsident war Franz Liszt, der auch bei der Gründung eine wichtige Rolle spielte, der erste Direktor war Ferenc Erkel. Die Musikakademie dient nicht nur als Hochschule zur Ausbildung von Musiklehrern und Künstlern, sondern ist auch das Zentrum des Konzertlebens in Budapest. Das heutige Sezessionsgebäude entstand 1907 und verfügt über das meistgeschmückte Interieur dieses Stils in Budapest. Der große Saal mit ausgezeichneter Akustik fasst 1200, der kleine Saal 400 Musikfans. Man sollte auch deshalb eine Konzertkarte kaufen, um die Schönheit des Saales bewundern zu können.
Der Konzert- und Ballsaal wurde unter dem Namen Vigadó (Redoute) 1865 eröffnet und ist eines der schönsten Baudenkmäler der romantischen Stilperiode. Hier sind solche Künstler aufgetreten wie Franz Liszt, Wagner, Brahms, Richard Strauß, Bartók und Kodály.